Als Wochenend oder Ferienhoster bezeichnet man ein meist scheinheiliges Unternehmen, welches meist nur wenige Tage, Wochen oder in seltenen Fällen Monate existiert und sich hauptsächlich mit dem Bereitstellen von IT-Dienstleistungen für eine breite Masse von Kunden beschäftigt.

Damals war es der Minecraft Server, heute ist es das eigene Hosting. Doch warum ist der Trend so stark umgesprungen und wirkt sich negativ auf die ganze Szene aus?

Dafür müssen wir ins Jahr 2017 gehen. Die großen Anbieter wurden auch von der Minecraft Community entdeckt und entsprechend genutzt. Das muss ein Anreiz gewesen sein, ein eigenes Hosting zu eröffnen. Leider gleicht es in 99% der Fällen eher einer Katastrophe.

SEPA Lastschrift, Reselling und das gesperrte Netzwerk

Im September 2019 suchte ich nach günstigen Dedicated Servern. Schnell war ein Hoster ganz oben auf meiner Liste. Rechenzentrum in Düsseldorf, 24 Kerne, 96GB ECC RAM und 2x1TB SSD für 79 Euro im Monat. Ich kannte die Firma hinter dem Hosting bereits und hatte eigentlich nur gutes gehört. Also schnell den Server gebucht und gewartet. Die Bereitstellung erfolgte relativ schnell am Abend. Doch leider stellte sich sehr schnell heraus, dass sich keine Netzwerkverbindung aufbauen lies. Andere Kunden hatten zu dem Zeitpunkt ähnliche Probleme. Nachdem wir eine Stunde mit Ausreden wie einem defekten Switch vertröstet wurden, trafen wir uns gemeinsam auf dem TeamSpeak 3 Server um genau über das Problem zu reden. Nach wenigen Minuten kannte ich die Struktur des Teams. Ich sprach also nicht mit dem Inhaber direkt. Dieser gab nämlich gar keine Antwort. Am Ende stellte sich heraus, dass der Inhaber des Unternehmes Schulden in Höhe von mehreren tausend Euro bei dem besagten Unternehmen in Düsseldorf hatte. Daraufhin wurde am Abend das Netzwerk gesperrt. Übrigens: Der Mitarbeiter und einer der ehemaligen Kunden gründeten drei Tage nach dem Vorfall ein neues Hosting Unternehmen, welches vielen bestimmt bekannt vorkommen würde. Ein Glück, dass ich SEPA Lastschrift bei der Bezahlung gewählt hatte.

5 Euro, die kaputte Proxmox Node und der Non-ECC RAM

Im Oktober 2020 bot ich einem “Hosting-Unternehmer” meine Hilfe mit seiner kaputten Proxmox Node an. Verlangt habe ich dafür 5 Euro. Nach einigen Minuten war das Problem bereits behoben. Die Bezahlung erhielt ich auch. Allerdings hatte ich Zugriff auf einige virtuelle Maschinen, die den Kunden gehörten. Auch nach mehreren Tagen war das Passwort der Proxmox Node weiterhin nicht geändert. Datenschutz scheint man hier sehr ernst zu nehmen.

Der gleiche “Unternehmer” stelle wenige Tage später die Frage, warum sein neuer AMD EPYC Server nicht bootet. Nach einigen Anläufen fragte ich ihn, ob er denn auch ECC RAM verbaut hat. die Antwort: “Äh nein”. Ich habe meinen Discord Client geschlossen und bin heulend aus dem Raum gelaufen. Dem Unternehmen scheint es sehr gut zu gehen. Erst gestern ist ein großes Problem mit den Servern der Kunden aufgetreten.

Was sehen wir immer wieder? Jegliche Inhaber solcher “Unternehmen” haben keine Ahnung von Hardware. Weiterhin fehlen Geld, Erfahrung und Gehirn.

Diejenigen, die daran gescheitert sind, versuchen es nun in einer anderen Form: “Free Hosting” oder auch “Kostenloses Hosting”. Viele von ihnen protzen mit großen Geldbeträgen, die sie in ihre Server und Infrastruktur stecken. Desweiteren sind sie Security Researcher, Backend Developer, Database Engineer und leidenschaftliche Minecraft Spieler.

Doch warum will man gezielt Verlust machen? Ganz einfach: Um seine Mindertwertigkeitskomplexe zu stärken. Es geht nicht darum, dass die Kunden einen Server haben, sondern darum, dass sie eine positive Bewertung schreiben und berichten, wie gut es denn laufen würde. Böse Kritiker würden mich nun in meine Schranken weisen und mir die Frage stellen, ob ich denn nicht “neidisch” wäre. Doch wie soll ich auf jemanden neidisch sein, der keinen einzigen Cent Gewinn erzielt?

Die großen und etablierten Hoster lachen sich darüber kaputt und freuen sich über jeden Kunden, der genau das gleiche Vorhaben hat und natürlich über genügend Server dort verfügen muss, um den unglaublichen Ansturm der Kunden zu bewältigen.

Was lernen wir also daraus?

Nehmt Abstand zu solchen dubiosen Hostern. Oft ist nicht einmal ein Impressum oder ein Gewerbe vorhanden. Allein das sollte schon abschreckend genug sein. In der Vergangenheit wurden einige dieser Anbieter bereits gehackt und der Database dump mit teilweise ungehashten Passwörtern veröffentlicht. In diesem Beitrag habe ich extra jegliche Namen entfernt, damit sich niemand über “Üble Nachrede” beschwert.